Projektentwicklung

Die Immobilien-Projektentwicklung basiert auf den Faktoren Standort, Kapital und Projektidee. Aus diesen drei Faktoren resultiert die Definition des Begriffs nach Diederichs:

„Durch Projektentwicklungen sind die Faktoren Standort, Projektidee und Kapital so miteinander zu kombinieren, dass einzelwirtschaftlich wettbewerbsfähige, arbeitsplatzschaffende und -sichernde sowie gesamtwirtschaftlich sozial- und umweltverträgliche Immobilienobjekte geschaffen und dauerhaft rentabel genutzt werden können.“1

Vereinfachend ausgedrückt können folgende Aufgabenstellungen differenziert werden:
- Vorhandenes Kapital sucht Standort und Projektidee
- Vorhandene Projektidee sucht Kapital und Standort
- Vorhandener Standort sucht Kapital und Projektidee

Alle drei Ausgangssituationen sind unter dem grundsätzlichen Einfluss der Zeit zu betrachten. So beeinflussen externe Änderungen wie Planungsänderungen den Standort einer Projektentwicklung. Auch sind Projektentwicklungen stets befristet, sodass auch der Faktor Kapital im Laufe der Zeit eine neue Verwendung sucht.2

Das primäre Ziel der Immobilien-Projektentwicklung ist die fachgerechte und wertsteigernde Entwicklung eines Grundstücks oder einer Immobilie.
Um den gesamten Prozess der Projektentwicklung und den damit verbundenen vielfältigen Aufgaben Rechnung zu tragen, ist der beschriebene statische Ansatz allerdings zu erweitern. Immobilien-Projektentwicklung umfasst vielmehr auch das „interdisziplinäre Management von planungs- und baubezogenen Wertschöpfungsprozessen im Lebenszyklus der Immobilie“.3 Demnach ist die Projektentwicklung nicht nur auf die Entwicklung neuer Immobilien begrenzt. Vielmehr ist die Disziplin der Projektentwicklung Bestandteil unterschiedlichster Phasen im Lebenszyklus einer Immobilie. Entsprechend gehören u.a. folgende Tätigkeiten zum Themenfeld der Projektentwicklung:

- Akquisition geeigneter Grundstücke und Objekte
- Grundstückssicherung und Baureifmachung
- Entwicklung von Nutzungskonzepten
- Machbarkeitsanalysen
- Schaffung von Baurecht
- Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung
- Marketing, Vermietung und Vertrieb
- Projektmanagement

Die Vielfältigkeit der Aufgabenstellungen zeigt den hohen Komplexitätsgrad und die Interdisziplinarität der Immobilien-Projektentwicklung. Dies erfordert die Integration unterschiedlichster Institutionen der Bau- und Immobilienbranche in den Prozess der Projektentwicklung. Hierzu gehören u.a. Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure, Nutzer, Investoren, Kapitalgeber, die öffentliche Hand, die Öffentlichkeit, der Grundstückeigentümer und nicht zuletzt der Projektentwickler selbst.4
  • 1 Diederichs, Claus Jürgen (2006): Immobilienmanagement im Lebenszyklus. Projektentwicklung, Projektmanagement, Facility Management, Immobilienbewertung, 2. Aufl. Heidelberg, S. 5.
  • 2 Vgl. Bone-Winkel, Stephan; Isenhöfer, Björn; Hofmann, Philip (2008): Projektentwicklung. In: Schulte, Karl-Werner: Immobilienökonomie, Band I, 4. Aufl. München, S. 247-261.
  • 3 Schulte, Karl-Werner; Bone-Winkel, Stephan (2008): Handbuch Immobilien-Projektentwicklung, 3. Aufl. Köln, S. 29.
  • 4 Vgl. Bone-Winkel, Stephan; Isenhöfer, Björn; Hofmann, Philip (2008): Projektentwicklung. In: Schulte, Karl-Werner: Immobilienökonomie, Band I, 4. Aufl. München, S. 247-261.
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: 12/14/2019