Letting

Der englische Begriff Letting steht für die Vermietung von Immobilien, folglich für die Überlassung von Grundstücken, Wohn- oder Geschäftsräumen gegen ein Entgelt. Nach deutschem Recht[1] handelt es sich bei der Immobiliarmiete um ein vertragliches Schuldverhältnis, das über einen Mietvertrag geregelt wird. Im englischsprachigen Raum wird der Begriff Letting oftmals im Zusammenhang mit Gesellschaften verwendet, die sich auf die Vermietung von Immobilien spezialisiert haben. Analog dazu lassen sich auch Begriffe wie Letting Company und Letting Manager mit Vermietungsgesellschaft und Vermietungsmanager übersetzen.

 

Letting als Dienstleistung

Im Rahmen der Vermietung durch darauf spezialisierte Unternehmen wird eine Reihe an Dienstleistungen angeboten. Dazu gehört neben der Analyse der zu vermietenden Flächen hinsichtlich der erzielbaren Marktmiete und der Zielkundengruppe auch das Entwerfen einer Vermarktungsstrategie, in deren Rahmen verschiedene Marketinginstrumente zur Erreichung der relevanten Zielgruppe zum Einsatz kommen können (z. B. Erstellung eines Exposés, Anzeigen in (Internet-)Immobilienbörsen, Erstellung einer Objekthomepage etc.). Darüber hinaus spielt die Betreuung von Kunden und Mietinteressenten von der ersten Kontaktaufnahme über die Vertragsverhandlungen bis zur Übergabe der Mietflächen eine entscheidende Rolle. Die Erstellung von Mietangeboten erfolgt häufig auf Basis der Vorgaben und Ziele aus dem Objekt-Business-Plan. Insgesamt erfolgt der gesamte Vermietungsprozess i. d. R. in Abstimmung mit dem Eigentümer bzw. dem zuständigen Asset Manager und beinhaltet je nach Bedarf die Auswahl, Steuerung und Kontrolle von internen Fachabteilungen oder externen Dienstleistern wie z. B. Juristen oder Architekten.

Das Letting kann sowohl für eigene Immobilien (im Bestand des Unternehmens) als auch für die Immobilien Dritter durchgeführt werden.


Rechte und Pflichten bei der Vermietung

Bei der Vermietung von Immobilien treten normalerweise zwei Vertragsparteien auf: Mieter und Vermieter. Beide Parteien gehen mit dem Abschluss eines Mietvertrages verschiedene Rechte und Pflichten ein. Der Mieter erwirbt das Recht zur Nutzung der Mietfläche und verpflichtet sich im Gegenzug dazu, die Miete in vereinbarter Höhe und zu vertraglich festgelegten Zeitpunkten an den Vermieter zu leisten. Der Vermieter verpflichtet sich, dem Mieter die Mietfläche im vertraglich festgelegten Zustand zu überlassen, wobei er die auf der Mietsache ruhenden Lasten in der Regel übernimmt (z. B. Hypotheken oder Grundsteuern). Diese Anteile sind zumeist bereits im vereinbarten Mietzins abgedeckt.

Rechtliche Unterschiede bestehen zwischen einem Wohnraummietvertrag zur dauerhaften privaten Wohnnutzung und einem Gewerbemietvertrag. Bei Wohnraummietverhältnissen handelt es sich auf Mieterseite meist um Privatpersonen, deren Schutz vor der Willkür des Vermieters gesetzlich geregelt ist (§§ 549 ff. BGB). Im Gegensatz dazu wird bei Gewerbemietverhältnissen von einem Kräftegleichgewicht der Vertragsparteien ausgegangen und somit auf tiefgreifende gesetzliche Regelung weitestgehend verzichtet.

  • 1 Die gesetzlichen Definitionen und Regelungen zu Inhalt und Hauptpflichten eines Mietvertrages sind in §§ 535 ff BGB zu finden.
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: 11/19/2019