Baubeschreibung

Die Baubeschreibung beschreibt ein Bauvorhaben gewerkeweise und legt den Umfang der Arbeiten sowie den Standard der Ausführung fest.1
Die Baubeschreibung findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. So verlangen Banken regelmäßig eine Baubeschreibung als Grundlage für die Finanzierungsentscheidung. Auch muss eine Baubeschreibung als beschreibender Teil der Bauvorlagen dem Bauantrag beigelegt werden. Dabei bestimmen sich Inhalt und Umfang nach den Bauvorlagenverordnungen der einzelnen Bundesländer.2
Die Baubeschreibung beinhaltet je nach Zweck unterschiedliche Themenbereiche. Hierzu gehören u.a.:

- Beschreibung des Vorhabens
- Gebäudemaße (Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Baumassenzahl)
- Wohnfläche/Nutzfläche
- Zu verwendende Baustoffe, Bauteile und Bauarten (z.B. Aufbau der Wände und Decken, Tragwerk des Daches, usw.)
- Angaben zu Feuerungsanlagen und Art der Brennstofflagerung
- Stellplätze
- Baukosten3

Eine Baubeschreibung ist unter anderem auch bei Bauträgerverträgen notwendig, da in diesem Fall in der Regel das Bauwerk noch nicht fertiggestellt ist. Daher ist bei Bauträgerverträgen besondere Sorgfalt auf die Beschreibung des Bauvorhabens zu legen. Das Bauwerk wird durch die textliche Baubeschreibung, Pläne, Ansichten und Schnitte erläutert. Der Bauträgervertrag verweist lediglich auf diese Unterlagen, sie werden daher gesondert beurkundet (sog. Bezugsurkunde).
Die Baubeschreibung stellt nach herrschender Rechtsmeinung eine Beschaffenheitsvereinbarung dar. Dies bedeutet, dass jede Abweichung von der Beschreibung zu einem Sachmangel führen würde, auch wenn die Qualität und die Zweckbestimmung des Bauwerks nicht beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund sollte die Baubeschreibung so detailliert wie möglich den Leistungsumfang des Bauträgers beschreiben. Auch die Qualität und der Ausstattungsstandard sind zu erläutern.4 Sofern Prospekte durch den Bauträger als Vertriebsmittel eingesetzt werden, kann auch daraus der geschuldete Leistungsumfang ergehen.5 Es empfiehlt sich aus Sicht des Bauträgers daher vertraglich zu vereinbaren, dass weder Bau- und Leistungsbeschreibung noch übergebene Prospekte eine Beschaffenheitsvereinbarung im Sinne der §§ 633 Abs. 2, 634 darstellen.6
  • 1 Vgl. Bönker, Christian; Lailach, Martin (2009): Praxisleitfaden Immobilienrecht. Erwerb Finanzierung Bebauung und Nutzung, 2. Aufl. München, S. 85.
  • 2 Vgl. Sailer, Erwin; Grabener, Henning J.; Matzen, Ulf (Hrsg.) (2014): Immobilien-Fachwissen von A-Z. Das Lexikon mit umfassenden Antworten und Erklärungen auf Fragen aus der Immobilienwirtschaft, 10 Aufl. Kiel, S. 134.
  • 3 Vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (2015): Bauantragsformulare. Abrufbar im Internet. URL: http://www.stmi.bayern.de/buw/baurechtundtechnik/bauordnungsrecht/bauantragsformulare/. Stand: 14.10.2015.
  • 4 Vgl. Bock, Jens (2014): Der Kauf vom Bauträger. In: Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus: Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 232-233.
  • 5 Vgl. Bönker, Christian; Lailach, Martin (2009): Praxisleitfaden Immobilienrecht. Erwerb Finanzierung Bebauung und Nutzung, 2. Aufl. München, S. 85.
  • 6 Vgl. Bock, Jens (2014): Der Kauf vom Bauträger. In: Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus: Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 232-233.
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: 12/12/2019