InWIS-Studie: Hohes Potenzial für Wohnungsprivatisierungen in Deutschland - Düsseldorf ist Spitzenreiter unter den fünf Top-Städten Westdeutschlands
Die Privatisierung von Wohnungen, d.h. die Veräußerung von Wohnungsbeständen an Mieter, Selbstnutzer und Kapitalanleger, hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenständigen Segment am Wohnungs- und Immobilienmarkt entwickelt. So ist es üblich geworden, dass bestandshaltende Unternehmen ihre Wohnungen unter Risiko- und Ertragsgesichtspunkten neu strukturieren und im Zuge einer Optimierung des Portfolios an Dritte veräußern. Allein in den vergangenen 15 Jahren wurden auf diesem Wege in Deutschland mehr als 120.000 Wohneinheiten privatisiert.
Die Privatisierung von Wohnungen, d.h. die Veräußerung von Wohnungsbeständen an Mieter, Selbstnutzer und Kapitalanleger, hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenständigen Segment am Wohnungs- und Immobilienmarkt entwickelt. So ist es üblich geworden, dass bestandshaltende Unternehmen ihre Wohnungen...
Doch damit ist das Potenzial bei weitem nicht erschöpft: Von den 29,7 Millionen Wohneinheiten in Westdeutschland, die von privaten und gewerblichen Vermietern gehalten werden, gelangen in den nächsten Jahren annähernd 1,85 Millionen in den Unternehmens- bzw. Paketverkauf. Mehr als 75 Prozent dieser Einheiten haben auf Grund der Eigentümer- und Mieterstruktur ein hohes Potenzial für die Privatisierung an Mieter/Selbstnutzer und Kapitalanleger. Dies geht aus einer Studie der Bochumer InWIS Forschung & Beratung GmbH hervor, die im Auftrag der Corpus Immobiliengruppe, Köln/Düsseldorf, die Marktsituation und das Privatisierungspotenzial in den Städten Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt/Main und München untersucht hat. Die Gründe für eine Veräußerung von Wohnungsbeständen sind vielfältig. Genannt werden die Sanierung defizitärer öffentlicher Haushalte sowie eine niedrige Rendite bei der Bestandsbewirtschaftung. Aus Sicht der Stadtentwicklung und aus sozialwissenschaftlicher Perspektive wird als Argument für die Privatisierung angeführt, dass die Bildung von Wohneigentum in Siedlungen zu einer Stabilisierung von Nachbarschaften beitragen und einer sozialräumlichen Segregation entgegen wirken kann. Überdies steht die direkte Privatisierung an Mieter oder Selbstnutzer im Einklang mit dem Bestreben der Wohnungspolitik, die Wohneigentumsquote hier zu Lande zu erhöhen, die im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern immer noch gering ausfällt. Im Geschäftsfeld Privatisierung wird zwischen Mietern, Selbstnutzern und Kapitalanlegern als wesentliche Zielgruppen unterschieden. Eine anhaltend hohe Kaufbereitschaft beobachtet InWIS bei Mietern, die wenig mobil sind und über mittlere Einkommen verfügen. Zudem ist der Anteil der über 40-Jährigen in der Erwerbergruppe vergleichsweise hoch. Wichtigstes Kriterium eines Mieterhaushaltes, der vor der Entscheidung steht, seine Wohnung zu kaufen, ist neben der Höhe der derzeitigen Miete und dem Kaufpreis der Wohnung, die Erwartung über die weitere Entwicklung des Mietniveaus. Der Erwerb einer Wohnung stelle eine bedeutende Absicherung gegen das Risiko künftig steigender Mieten dar, heißt es in der Studie weiter. Bei diesem Vergleich weist Frankfurt/Main bei einer Mehrbelastung von nur 1,5 Prozent beim Wohnungskauf und moderaten Mietsteigerungen in den letzen Jahren eine gute Bewertung auf. In München erspart ein Erwerb hohe Mieten und schützt vor hohen Mietsteigerungen. Düsseldorf und Hamburg bieten dagegen nur geringe Anreize zum Kauf der Wohnung, da bei einer relativ hohen Mehrbelastung im Kauffalle keine weiteren Mietsteigerungen gegengerechnet werden können. Das Geschehen am Markt für Wohnungsprivatisierungen wird von keiner amtlichen Statistik erfasst. Hinweise hat InWIS jedoch durch Statistiken über den Erwerb von Eigentumswohnungen und über Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen erhalten. Danach wurde das höchste Potenzial für selbst genutzte Eigentumswohnungen mit etwa 35.800 Haushalten für die Stadt Hamburg ermittelt. Bezogen auf die Gesamtzahl der Geschosswohnungen ist das Potenzial in Düsseldorf mit 5,6 Prozent besonders hoch, danach folgen Frankfurt/Main, Hamburg und Köln. München besitzt mit rund 3,7 Prozent das geringste Potenzial. Gleichwohl liegt der Anteil von selbst genutzten Eigentumswohnungen am gesamten Geschosswohnungsbestand in der bayerischen Landeshauptstadt mit 15,4 Prozent am höchsten. Insbesondere Köln und Düsseldorf haben in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt, so dass die Quote hier jeweils rund 11 Prozent beträgt. Nimmt man München als Maßstab, so deutet dies auf ein deutlich Nachholpotenzial insbesondere in Frankfurt/Main und Hamburg hin, so die Ansicht der Experten. Die Privatisierung von Wohnraum bleibt für die Corpus Immobiliengruppe ein überaus attraktives Geschäftsfeld. Während Selbstnutzer bundesweit Wohnungen zur Altersvorsorge nachfragen, dürften für Kapitalanleger Ballungszentren interessant sein: Hier sorgen hohe Bevölkerungszuwächse für eine hohe Verzinsung und steigenden Wertzuwachs.


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