Wie viele andere deutsche Städte leidet Frankfurt unter der Abwanderung junger Paare und Familien mit Kindern: Sie verwirklichen ihren Traum vom eigenen Heim außerhalb der Stadtgrenzen, dort wo die Bodenpreise noch relativ günstig sind. Beliebt sind vor allem die nördlichen Stadtteile Nidderau, Karben und Bad Vilbel. Dabei spielen die attraktiven Taunuslagen aufgrund des hohen Preisniveaus für die große Zahl der potentiellen Häuslebauer eine eher untergeordnete Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt die Bochumer InWis Forschung & Beratung GmbH, die im Auftrag der Corpus Immobiliengruppe, Köln/Düsseldorf, eine Studie zur Wohnungsmarkt-region Rhein-Main angefertigt hat.
Wie viele andere deutsche Städte leidet Frankfurt unter der Abwanderung junger Paare und Familien mit Kindern: Sie verwirklichen ihren Traum vom eigenen Heim außerhalb der Stadtgrenzen, dort wo die Bodenpreise noch relativ günstig sind. Beliebt sind vor allem die nördlichen Stadtteile Nidderau, Karben und...
In der Stadt zurückbleiben finanzkräftige Zweipersonenhaushalte und Singles, die gern in der City mit Blick auf das Bankenviertel leben, heißt es weiter. Die Zuwanderung von ausländischen Mitbürgern in die Innenstadt ist auffällig hoch. Jeder zweite Frankfurter Haushalt ist ein Einpersonenhaushalt. Attraktiv ist die Frankfurter Innenstadt durch das kulturelle Angebot, die hohe Dichte an gastronomischen Einrichtungen sowie die sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Gleichwohl empfinden viele Bürger große Teile der Frankfurter City als zu wenig sicher und lebenswert. Die "problematischen" Stadtteile liegen im westlichen Teil der Innenstadt. Das Angebot an Wohnraum ist in der Innenstadt knapp. Mit Blick auf die hohen Grundstückspreise ist der Geschosswohnungsbau im gesamten Stadtgebiet fast vollständig zum Erliegen gekommen. In peripheren Umlandgemeinden ist die Bautätigkeit aufgrund moderaterer Preise dagegen hoch. Im Frankfurter Stadtkern kostet der Quadratmeter Bauland bis zu 1.000 Euro (etwa in Sachsenhausen) und in den Umlandgemeinden etwa 600 Euro. In den nordöstlichen und südwestlichen Gemeinden bewegen sich die Preise zwischen 200 und 400 Euro pro Quadratmeter. Dabei ist die Bankenstadt nicht einmal der teuerste Fleck in der Region. Die durchschnittlichen Preise für ein freistehendes Eigenheim liegen in Wiesbaden mit 460.000 Euro und in Bad Homburg mit 475.000 Euro deutlich über dem Frankfurter Niveau mit 410.000 Euro. Innerhalb der Stadtgrenzen schwanken die Kaufpreise für Eigenheime zwischen 270.000 Euro in Höchst und 395.000 Euro in Bergen-Enkheim. Die Preise pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen bewegen sich zwischen 2.169 Euro in Niederrad und Schwanheim und 3.048 Euro in Sachsenhausen. Ein Minuspunkt - der sich auf das Kaufpreisgefüge auswirkt - liegt in der Historie einzelner Innenstadtregionen begründet: "Die hohen Bürotürme der Dienstleistungsgesellschaft verdecken, dass die Entwicklung von Frankfurt stark mit der Industrialisierung verknüpft ist. Fechenheim, Griesheim und allen voran Frankfurt-Höchst werden noch heute von den dort angesiedelten Werken geprägt", heißt es in der Studie. Doch könnten nicht alle ehemaligen Arbeiterquartiere durch Ausweisung neuer Wohn- und Bürostandorte "zukunftsfähig" gemacht werden. Gleichwohl ließen sich dort durchaus interessante und marktfähige Projekte realisieren. So werden citynahe Wohnbauprojekte, die weniger klassischen Mustern folgen - wie zum Beispiel Lofts -, sehr gut angenommen. Damit erhält auch die Differenzierung der Nachfragegruppen in soziale Lebensstile ihre Berechtigung. Anbieter und Projektentwickler müssen sich vermehrt auf die Wünsche ihrer Kundschaft einstellen, raten die Experten. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerungszahlen in Frankfurt sinken - und in Folge dessen auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Eigenheimen. Als entscheidender Standortfaktor, heißt es in der Studie weiter, gilt der direkte Anschluss an das S-Bahn-Netz der Stadt Frankfurt. Unzufrieden zeigen sich hier Bewohner der Gemeinden, die am weitesten von der City entfernt, in den Randzonen des "Speckgürtels" wohnen. Dabei kommt die Kritik aus den Regionen, die momentan am meisten von Bevölkerungszuwächsen profitieren: das gesamte nordöstliche Umland, von Nidderau, Wöllstadt, Karben und Schöneck bis nach Niederdorfeldern.


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