Private Nachfrage nach Eigenheimen steigt sprunghaft - "Häuslebauer" wollen sich noch die Eigenheimzulage sichern - Steigende Kaufpreise für das nächste Jahr erwartet
Das Kaufinteresse an Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen ist im Oktober sprunghaft gestiegen. Dies berichtet die SK Corpus Immobilienvermittlung GmbH Köln. Der Immobilienmakler der Stadtsparkasse Köln verzeichnete im vergangenen Monat einen Anstieg der Nachfrage nach Wohnimmobilien um rund 50 Prozent. Während die SK Corpus üblicherweise rund 700 Interessenten im Monat registriert, meldeten sich im Oktober über 1.000 Immobilien-Interessenten beim größten Kölner Maklerunternehmen. "Der sprunghafte Anstieg des Kaufinteresses steht in direktem Zusammenhang mit der zum 1. Januar 2003 geplanten Kürzung der Eigenheimzulage", erklärt Thomas Löhr, Geschäftsführer der SK Corpus. "Der Großteil der Interessenten möchte noch bis Jahresfrist eine Immobilie erwerben - und sich damit den Anspruch auf die höhere Eigenheimzulage sichern. Viele möchten ihr Eigenheim am liebsten schon unterm Weihnachtsbaum wissen", so Löhr. Kein Wunder, bedeutet doch die geplante Änderung der Eigenheimzulage einen finanziellen Verlust von bis zu 20.448 Euro. Insbesondere Singles und kinderlose Ehepaare werden hart getroffen. Sie werden im nächsten Jahr gar keine Eigenheimzulage mehr erhalten. Und auch die Familie mit zwei oder drei Kindern wird künftig deutlich schlechter gestellt sein als bisher. Für Immobilieninteressierte entpuppen sich die von der Bundesregierung vorgesehenen Einsparungsmaßnahmen in doppelter Hinsicht als fatal. "Während die drastische Kürzung der Eigenheimzulage dazu führen wird, dass Käufern und Bauherren weniger Geld zur Verfügung steht, werden die neuen Steuer- und Abschreibungsrichtlinien gleichzeitig dazu führen, dass insgesamt weniger attraktiver Wohnraum gebaut und zur Auswahl stehen wird", so Löhr. Den Grund dafür sieht er in den sich verschlechternden Rahmenbedingungen für Bauträger und Investoren: "Die Vereinheitlichung der linearen Gebäudeabschreibung auf zwei Prozent, die geplante Erweiterung der Steuerpflicht für Veräußerungsgewinne bei nicht selbst genutzten Immobilien sowie die vorgesehene Abschaffung der degressiven Gebäudeabschreibung werden deutliche Spuren auf den Immobilienmärkten hinterlassen. In der Folge wird sich die ohnehin angespannte Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt in Zukunft noch weiter verschärfen, was sich letztlich auch in steigen Marktpreisen wiederspiegeln wird." Bereits jetzt sind erste Anzeichen zu erkennen, dass sich manche Investoren und Bauträger in der Planung von Neubauvorhaben bewusst zurück halten. "Wir stellen zudem fest, dass auch Immobilienbesitzer bereits auf steigende Marktpreise spekulieren und Verkaufsvorhaben gezielt auf das nächste Jahr verschieben", so Thomas Löhr.

